Kapitel 4 · Fehler & Datenschutz

Typische Fehler – und was in keinen Prompt gehört

Die meisten schlechten KI-Antworten liegen nicht am Modell, sondern an der Anweisung. Und manche Eingaben sollten aus rechtlichen Gründen gar nicht erst gemacht werden.

Die sieben häufigsten Fehler

1. Zu allgemein gefragt

„Schreib was zu KI" liefert Allgemeinplätze. Ohne Zielgruppe, Länge und Zweck kann das Ergebnis nicht treffen.

2. Kontext weggelassen

Das Modell kennt weder den Kunden noch die Vorgeschichte noch interne Abkürzungen. Was nicht im Prompt steht, wird geraten.

3. Mehrere Aufgaben in einem Prompt

Zusammenfassen, übersetzen und bewerten in einem Durchgang führt dazu, dass eine der Aufgaben oberflächlich ausfällt. Besser nacheinander.

4. Kein Ausgabeformat

Ohne Vorgabe entstehen Einleitungsfloskeln, Fazit-Absätze und wechselnde Strukturen – jedes Mal anders, jedes Mal nachzubearbeiten.

5. Widersprüchliche Anweisungen

„Ausführlich, aber maximal drei Sätze" zwingt das Modell zu einer willkürlichen Auflösung des Widerspruchs.

6. Ergebnisse ungeprüft übernommen

Zahlen, Namen, Fristen und rechtliche Aussagen müssen gegengelesen werden. Ein souveräner Ton ist kein Beleg für Richtigkeit.

7. Nach dem ersten Versuch aufgegeben

Der erste Entwurf ist selten der beste. Zwei gezielte Nachbesserungen kosten weniger Zeit als das manuelle Neuschreiben.

Was nicht in einen Prompt gehört

Sobald Daten an einen externen Dienst gehen, verlassen sie das Unternehmen. Ohne geprüfte Rechtsgrundlage und passenden Vertrag gehören folgende Angaben nicht in ein öffentliches KI-Werkzeug:

  • Namen, Adressen und Kontaktdaten von Kunden oder Mitarbeitenden
  • Gesundheitsdaten, Bewerbungsunterlagen, Personalakten
  • Zugangsdaten, Schlüssel, Lizenznummern, Netzwerkpläne
  • Vertragsentwürfe und Kalkulationen mit Wettbewerbsbezug
  • Alles, was einer Verschwiegenheitsvereinbarung unterliegt

Praktikable Alternative

Angaben vor der Eingabe ersetzen: „Kunde A", „Standort 1", Beträge runden oder durch Platzhalter ersetzen. Das Ergebnis wird anschließend intern mit den echten Werten gefüllt. Für regelmäßige Verarbeitung echter Daten braucht es einen Anbieter mit Auftragsverarbeitungsvertrag oder eine lokal betriebene Lösung.

Prüfschritte vor dem Versand

  • Stimmen alle Zahlen, Namen und Termine mit der Quelle überein?
  • Enthält der Text Zusagen, die so nicht gemacht werden dürfen?
  • Ist eine Aussage enthalten, für die es keinen Beleg gibt?
  • Passt der Ton zur bisherigen Kommunikation mit diesem Empfänger?
  • Muss der KI-Einsatz an dieser Stelle gekennzeichnet werden?

Mehr dazu im Datenschutz- und KI-Hinweis sowie unter Argumente dagegen.